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Glück am Green

Business-Traveller, März

Golf lernen - ein Wechselspiel zwischen Frust und Euphorie

Jetzt noch mal von vorn: Füße in die Ausgangsstellung, Knie leicht gebeugt, Schläger im richtigen Winkel, ausholen und… - Ein handtellergroßes Stück Grasnarbe fliegt durch die Luft, vor dem unbewegten Ball klafft ein hässliches braunes Loch im Rasen, und ich würde den Schläger am liebsten hinterher werfen.

Wer Golf lernen will, muss Frust ertragen können. –zig mal gelingen die schönsten Schwünge, und der kleine weiße Ball verabschiedet sich mit einem angenehmen "Plopp", um auf eine weite Flugbahn in den Himmel zu steigen. Und dann, genau wenn man meint, jetzt kann nichts mehr schief gehen, pflügt man wieder den Boden oder schlägt – schlimmer noch – mit aller Kraft die Luft entzwei.

Lohnt sich die Mühe dennoch? Jaaa. Denn den gelegentlichen Zornausbrüchen über das eigene Unvermögen stehen viele Stunden puren Sportvergnügens in traumhafter Landschaft gegenüber, und schon nach ein paar Tagen stellen sich Erfolgserlebnisse ein, die über gelegentliche Rückschläge hinweg trösten.

Zum Ablauf: Wer in Deutschland Golf spielen will, braucht als erste Grundvoraussetzung die Platzreife, die dem Anfänger nach einer theoretischen und praktischen Prüfung am Ende des mehrtägigen Grundkurses attestiert wird. Die ist zwar auf der Urkunde vom Deutschen Golf Verband bestätigt, gilt aber zunächst einmal nur auf dem Platz, wo sie erteilt wurde, jeder andere Club entscheidet selbst, ob er sie akzeptieren will. Wer den Sport weiter betreiben und überall aufs Green gelassen werden will, kommt kaum um die Mitgliedschaft in einem der zahlreichen Golfclubs herum und sollte – auch das ist für die Spielerlaubnis auf vielen Plätzen Voraussetzung – sein Handicup (sprich: die persönliche Spielleistung) verbessern.

Die theoretischen Prüfungsaufgaben erscheinen leicht, schließlich darf das Regelbüchlein, das der Eleve im Grundkurs bekommt, zur Lösung verwendet werden. Wer sich aber einmal in die Golfregeln vertieft, erkennt schnell, dass hier kaum weniger Hindernisse lauern als auf dem Platz. Golfer wollen anscheinend nichts dem Zufall überlassen – jeder auch noch so unwahrscheinliche Fall ist in den Paragrafen berücksichtigt, und das entbehrt manchmal nicht einer gewissen Komik. Kostprobe aus dem Regelwerk: "Liegt der Ball auf dem Grün, so muss der Spieler den Ball aufnehmen und ihn straflos am nächstgelegenen Punkt der Erleichterung, der sich nicht in einem Hindernis befindet, hinlegen, oder wenn vollständige Erleichterung nicht möglich ist, an die Stelle, die der vorherigen am nächsten gelegen ist und größte erzielbare Erleichterung von dem Umstand bietet, jedoch nicht näher zum Loch und nicht in einem Hindernis." - Alles klar?

Spannender erscheint der erste Kontakt mit dem Ball. Unser Pro, James Mackie, erweist sich als Glücksfall. Er gehört zum Urgestein der Golflehrer in Deutschland und hat in einem Alter, wo andere eher über die Rente nachdenken, nichts von seiner Begeisterung für den grünen Sport verloren. Ohne zu schulmeistern erklärt er mit Engelsgeduld die richtige Haltung und Schlagtechnik, Fachvokabular und Regelwerk, er korrigiert mit feinsinnig schottischem Humor, ohne den Anfänger sein Unvermögen merken zu lassen, und spart nicht mit Lob, wenn ausnahmsweise ein Schlag halbwegs so gelingt, wie er gedacht war.

Für den ersten Einstieg suchen wir uns am Rande der Driving Ranch ein paar freie Abschlagplätze. Weit draußen, in 50 bis 300 Meter Entfernung, ist das Grün übersät mit Bällen, die geübte Spieler mit jeweils einem Schlag dorthin expediert haben. "Es ist eigentlich ganz einfach", versichert James, holt kurz aus und schlägt den Ball so weit, bis er mit bloßem Auge kaum noch auszumachen ist. Wir ergänzen die Sammlung mit weiteren weißen Farbtupfern wenige Meter vom Abschlag entfernt, dennoch machen sich am Abend des ersten Tages Muskeln im Oberarm- und Schulterbereich bemerkbar, von deren Existenz ich bisher nichts wusste. Aber immerhin: Ein paar Mal hatte es "Plopp" gemacht, der Ball war im weiten Bogen über die Wiese geflogen und irgendwo zwischen all den anderen Profi-Bällen gelandet.

Am zweiten Tag lässt uns James nur eine knappe Stunde, um mit Abschlägen warm zu werden und den gemeinen Muskelkater weg zu bekommen, dann geht es an Spezialdisziplinen: putten und chippen. Putten geht anscheinend leicht, es spielt sich auf dem brettebenen, wunderbar gepflegten Rasen rund um das Loch ab, in dem der Ball nach sanftem Schlag über die letzten Meter versenkt werden soll. Meist landet er aber um Zentimeter daneben, und der Ärger ist umso größer, je leichter die Aufgabe aussieht. Die Technik ist schnell erklärt, der Rest eine Frage der Konzentration und der Übung.

Auch das Chippen sorgt für Frusterlebnisse am laufenden Band. Die kurzen, dosierten Schläge, mit denen der Ball aus dem tiefen Gras am Rande des Fairways oder aus dem Sand eines Bunkers (wer denkt sich diese Sandlöcher aus purer Gemeinheit aus?!) geschlagen wird, enden entweder im Boden oder bewegen den Ball in eine gänzlich andere als geplante Richtung. Auch hier gilt: Es ist noch kein Tiger Woods vom Himmel gefallen, und es gibt nach dem Platzreife-Kurs viel zu tun!

James kennt das einzige Rezept, das gegen den Anfänger-Frust hilft: Am Mittag des zweiten Tages steigen wir auf die elektrischen Golfwägelchen, lassen Driving Ranch und Übungs-Greens hinter uns und fahren am Platz entlang bis zum Abschlag des neunten Loches. Und dann ist es plötzlich da, dieses Feeling, das wohl die ganze Faszination des Golfsports ausmacht. Die 18 Löcher der "Wutzschleife" gehören unbestritten zu den schönsten Plätzen in Deutschland. Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Bayerischen Waldes ziehen sich die gepflegten Rasenflächen zwischen dunklen Fichten und rauschenden Bächen dahin, Natur pur, eine wunderbare Luft und völlige Ruhe rundum. Unter der Woche und zur Mittagszeit ist niemand außer uns auf dem Platz, zum ersten Mal schlagen wir ab, wie die "richtigen Golfer", und die Euphorie ist so groß, dass seltsamerweise die meisten Schläge gelingen. Gelächter, wenn eine Baumkrone den Flug abrupt bremst oder der Weiher am Platzrand den Ball auf Nimmerwiedersehen verschlingt, die meisten Bälle aber landen nach ein paar Weitschüssen auf dem Green und schließlich sogar mit akzeptabler Schlagzahl im Loch.

Hat da jemand die Nacht von Donnerstag auf Freitag schlecht geschlafen? Am Freitagmorgen findet die so genannte "Prüfung" statt, die uns die Platzreife bringen soll – wer sie nicht schafft, so garantieren die Kursbedingungen, darf wiederkommen und bis zum Bestehen weitermachen, Unterbringung und Kost sind dann natürlich extra zu bezahlen. James erweist sich einmal mehr als Pädagogik-Genie. "Es geht nicht um eine bestimmte Schlag- oder Punktzahl", versichert er, "sondern um den Nachweis, dass Ihr euch auf Platz richtig benehmen könnt – das Spielen könnt Ihr ohnehin nicht in diesen wenigen Tagen lernen." Schon ist der Leistungsdruck weg, und alle schaffen problemlos die erforderliche Punktzahl.

Freitagmittag: Ich besitze jetzt einen scheckkartengroßen Ausweis mit Siegel des DGV, der mir die Platzreife bestätigt. Die Welt hat sich verändert. Wenn mich jemand fragt, welches Handycup ich habe, werde ich in Zukunft nicht mehr an gesundheitliche Behinderung denken. Ich werde mir einen Platz suchen, wo Anfänger willkommen sind, und so lange um mich schlagen, bis das Ergebnis aussieht wie bei James.

Autor: Marc Tügel

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Wissenswertes für Anfänger

Zur Platzreife als ersten Schritt auf dem Weg zum Golfen führen viele Wege, die meisten Vereine und Clubs bieten solche Grundkurse an. Eine Auswahl preisgünstiger Einsteigerpakete gibt es bei Golf & Fun (www.golfundfun.de). Preisbeispiel: Platzreifekurs im Wellnesshotel "Wutzschleife" (Radisson SAS) inklusive 30 Trainingseinheiten à 30 Minuten an fünf Tagen (maximal fünf Personen in einem Kurs), fünf Übernachtungen/Halbpension  (So. – Fr.), Leihschlägern, Übungsbällen, allen Unterrichtsmaterialien, Regelbuch, Golfhandschuh und Prüfungsgebühren ab 799 EUR pro Person im Doppelzimmer.

Vergessen Sie – zumindest am Anfang – die ganze Bekleidungsetikette. Statt karierter Hose tut’s auch eine Jeans, und selbst ein paar gute Lauf- oder Turnschuhe reichen für den Erstkontakt, bevor man in spezielle Golfschuhe investiert.

Golfsets mit allen Spezialschlägern gibt es inzwischen preisgünstig in jedem Kaufhaus, bei Ebay und manchmal sogar im Kaffeeladen. Nehmen Sie für den Einsteigerkurs besser die Leihschläger in Anspruch, und lassen Sie sich vom Pro oder zuverlässigen Fachleuten beraten, worauf Sie beim Kauf achten sollten. Für Anfänger reicht ein Halbsatz mit den wichtigsten Schlägern, und mit ein paar guten, aber gebrauchten Schlägern, sind Sie oft besser dran, als mit einem glänzend aussehenden Billigsatz.

Das einzige Ausrüstungsstück, das Sie (sofern es nicht wie bei der Wutzschleife im Preis inbegriffen ist) am  besten vor dem Erstkontakt schon selbst neu kaufen, ist der Golfhandschuh aus feinem Leder. Er ist unerlässlich, damit Sie in den ersten Tagen keine Blasen an den Händen bekommen, und sollte sehr stramm wie eine zweite Haut an der Hand sitzen.

Sie werden am Ende des Platzreifekurses selbst merken, dass Sie noch lange nicht reif sind, auf allen möglichen Plätzen zu spielen – und dass man Sie dort oft auch gar nicht spielen lässt. Wie also weitermachen?

  • Sie können einem Club beitreten – das ist die sicherste, aber meist auch teuerste Möglichkeit, schnell vorwärts zu kommen.
  • Sie können als nächsten Schritt einen Cluburlaub mit Golflektionen buchen. Auch zur Verbesserung des Handicups bietet Golf & Fun interessante Urlaubspakete.
  • Sie können weitere Stunden nehmen und nach entsprechendem Fortschritt bei einem anerkannten Pro Ihr Handycup senken. Die meisten Sportgeschäfte arbeiten mit Clubs und Anlagen zusammen und vermitteln gerne entsprechende Lektionen.
  • Sie können eine öffentliche Golfanlage in Ihrer Nähe suchen, wo man zum Pauschalbetrag (10-15 EUR/Tag) bis zum Abwinken üben kann. Auch dort gibt es, wenn man das Gefühl hat, allein nicht weiter zu kommen, die Möglichkeit, Stunden zu nehmen.

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